Im Rahmen der bis 2020 laufenden EFRE-Förderperiode (EFRE, d.h.: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) werden im Fördergebiet Leipziger Westen vielfältige Projekte bezuschusst. Um interessierten Bürger*innen und Projektinteressierten die Möglichkeit zu eröffnen, sich über Fördermechanismen und -wirksamkeiten zu informieren, bereiten wir hier an dieser Stelle nach und nach Projekt-Vorstellungen und -Steckbriefe auf. Damit wollen wir dem Transparenzbedürfnis der Bürgerschaft Folge leisten.

Heute: Gleis-Grün-Zug Bahnhof Plagwitz (3. Bauabschnitt) – Radwegeverbindung und Grünflächengestaltung:

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+++ Projektname: Gleis-Grün-Zug Bahnhof Plagwitz (3. Bauabschnitt) – Radwegeverbindung und Grünflächengestaltung

Am 06.11.2017 ist Leipzig mit der Verleihung des European Energy Awards (EEA) in Gold in die goldene Liga der Klimaschutz-Kommunen aufgestiegen. So etwas geschieht ja nicht ohne Grund. Die entscheidenden Kräfte in unserer Stadt und die Aktiven in Verwaltung und Bürgerschaft werkeln an den unterschiedlichsten Klimaschutzmaßnahmen schon seit Jahren. Besonders in einer wachsenden Stadt, deren Entwicklung die Verengung des Raums und den Anstieg der Bodenpreise nach sich zieht, ist es absolut unumgänglich Grün- und Freiflächen zu schützen. Dies kann jedoch nicht geschehen, wenn diese Flächen sich selbst überlassen werden. Grüne Schneisen, luftige Passagen, intelligente Baumneupflanzungen und Wegeverbindungen, welche nicht nur in Beton gedacht werden, können nachhaltig Emissionen abbauen, Luftzirkulation und -austausch verbessern und die Stadt somit vor dem Hitzekollaps der Zukunft bewahren. In den Sommernächten werden zum Beispiel in Berlin oft Temperaturunterschiede zwischen den Außen- und Innenbezirken von bis zu 10 Grad gemessen. Was dies für die Wohnqualität der Innenstädter bedeutet, für den Einbau von Klimaanlagen etcpp. – für daraus folgende Bedenklichkeiten, die dem in Großstädten notwendigen Suffizienz-Prinzip zuwiderlaufen – das ist für jeden Menschen nachvollziehbar. Die Stadt Leipzig nutzt dahingehend vorhandene Flächen, schützt sie durch Gestaltung und macht sie damit auch der Bevölkerung wieder zugänglich. Besonders beim Gleis-Grün-Zug Bahnhof Plagwitz ist dies zu verfolgen. So sollen auf der gesamten Strecke, cirka alle 30 Meter, Beleuchtungselemente eingeführt werden, was auch älteren Menschen wieder Sicherheit und Zugänglichkeit beschert. Das ganze Areal wird neugestaltet, unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen bekommen – zum Beispiel im Konzept Bürgerbahnhof Plagwitz der Bauspielplatz – Möglichkeiten ihre Interessen gemeinsam zu bündeln und im Miteinander demokratische Grundprozesse wie Respekt und Rücksichtnahme zu leben. Es werden Aufenthaltsfächen generiert, die allen Menschen aller Gruppen zugänglich sein sollen, die das Erlebnis Stadt/Natur erfahrbar machen und die in der Auswahl der neuen Gehölze auf Obst- und Stadtbaumsorten auch wieder Grundelemente der Naturbildung ermöglichen. Schlussendlich ist die Gestaltung des Gleis-Grün-Zugs ganz vorn als Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzzielvorgaben der Bundesregierung zu verorten.

+++ Was, ganz konkret, wird gefördert?

Ganz konkret gefördert wird mit den EFRE-Mitteln der Abbruch alter Flächenbefestigungen im Bereich der sogenannten Ladestraße/Ost, der Wegebau und die Wegebeleuchtung, die Neubepflanzung mit relevanten und auf zukünftige Anforderungen ausgerichteten Sorten sowie das Aufstellen von Bänken, Fahrradbügeln und Pollern.

+++ Wie hoch ist die Förderung?

Die Gesamtkosten des Projektes betragen 620 Tausend Euro, wovon aus EFRE-Fördermitteln 496 Tausend Euro einfließen.

+++ Welche Relevanz hat das Projekt für Leipzig und den Leipziger Westen?

Die Maßnahmen rund um das Projekt Gleis-Grün-Zug sind nicht losgelöst von den Entwicklungen des Leipziger Westens zu betrachten. Die Bevölkerung des Stadtteils und der hiesigen Ortsteile Lindenau, Plagwitz bis hin zu Groß- und Kleinzschocher bekommt mit dem Umbau eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung, welche auch aufgrund der neuen Straßendeckengestaltung – weg vom Plaster hin zur Asphaltierung – Möglichkeiten des nicht motorisierten Individualverkehrs verbessert. Radfahrer*innen, Nutzer*innen von Lastenrädern, Kinder mit Rollern und Kleinfahrrädern bekommen eine gute Fahrunterlage. Daneben wird durch die Anlage des Gleis-Grün-Zugs die Überwärmung der Stadt gemindert, hat durch die Länge des Areals doch der Luftzug mehr Raum zur Entfaltung und durch den gegebenen Kälteaustausch auch hinein in die wohnbebaute Stadt positive Wirkung. Diese, nennen wir es Klimafunktionszone, nutzt ebenfalls dem Emissionsabbau und wird eben auch durch die Neugestaltung erhalten und für Jahre gesichert. Den Forderungen nach für alle hiesigen Nutzer*innen-Gruppen selbsterschließbaren Freiräumen wird Genüge getan. Ältere Menschen, Schulkinder, junge Familien, Menschen mit alternativen Lebensentwürfen, Menschen mit konventionellen Lebensentwürfen, Menschen aus anderen Kulturen und Menschen, die schon immer hier in Leipzig und im Leipziger Westen leben, all diese haben Raum und Luft zum Atmen. Das Erlernen von gegenseitiger Rücksichtnahme braucht eben auch Raum, auf dem unterschiedlichste Ansichten zueinanderkommen können, um ihre Konflikte friedlich und gemeinsam zu bewältigen.

Somit hat das Areal auch Potenziale grunddemokratischer Quartiersentwicklung, strahlt damit in die angrenzenden Wohn- und Gewerbebereiche und öffnet Fenster, wo bis dato Wildwuchs die Sicht verwucherte. Oder um es in den Worten des Bauverantwortlichen Herrn Uwe Reinhold vom Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) zu sagen: „Ich bin froh, dass wir mit der Maßnahme künftig eine attraktive und gut nutzbare Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der ehemaligen Ladestraße Ost haben werden. Sicher nutzen dann noch mehr Menschen diese Strecke als bisher. Vielleicht gelingt es damit auch, dass die eine oder andere Autofahrt mit dem Fahrrad erledigt wird. Ich freue mich jedenfalls schon, dass man gerade im südlichen Teil ohne Holpern bis zur Ruststraße und zum Anschluss an die „Bahnschneise Eythraer Straße“ gelangen kann.“

+++Kontakt:

Uwe Reinhold
SB Projektkoordination/ Stadt Leipzig
Amt für Stadtgrün und Gewässer
Abteilung Planung und Bau,
Sachgebiet Projektkoordination
Postanschrift: 04092 Leipzig
Hausanschrift: Prager Straße 118-136 (Haus A)

Tel.: 0341 123 6172
Fax: 0341 123 6088
E-Mail: uwe.reinhold@leipzig.de
Internet: http://www.leipzig.de